ÜBUNGSLAGE „SCHADSTOFFWOLKE“

Gemeinschaftliche Pressemitteilung:
Kiesow Dr. Brinkmann GmbH & Co. KG
Freiwillige Feuerwehr Detmold
Regiebetrieb 2.4, Kreis Lippe

Die Firma Kiesow Dr. Brinkmann GmbH & Co. KG führt als verantwortungsbewusstes Unternehmen regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen und Übungen mit ihren Mitarbeitern durch um für den unwahrscheinlichen Fall eines Störfalls immer gut gerüstet zu sein.

Hieraus entstand der Gedanke eine solche Übung gemeinsam mit den im Ernstfall beteiligten Kräften der Stadt Detmold und des Kreises Lippe durchzuführen. In mehreren Sitzungen wurde die folgende Lage erarbeitet: ÜBUNGSLAGE „SCHADSTOFFWOLKE“

Angenommene Übungslage !!!!!!!!!!!

Heute gegen 15:45 wurde das hauptamtliche Personal der Feuerwehr Detmold zu einer Feuermeldung bei der Fa. Kiesow, Westerfeldstrasse 14 gerufen. Dort hatte die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst. Noch während der Anfahrt zur Einsatzstelle erhöhte die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst das Alarmstichwort auf Großbrand, da zum einen aus dem Unternehmen das Feuer bestätigt wurde, aber zum anderen auch schon von weithin sichtbar war. Daraufhin alarmierte die Leitstelle die Löschgruppe Heidenoldendorf, den Löschzug Detmold und im weiteren Verlauf des Einsatzes noch die Löschgruppe Pivitsheide.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatten sich alle Mitarbeiter zu den vorgeschriebenen Sammelplätzen retten können, zwei Arbeiter einer Fremdfirma wurden jedoch beim anschließenden Durchzählen vermisst. Als erste Maßnahme schickte der Einsatzleiter zwei Trupps mit umluftunabhängigen Atemschutz und C-Strahlrohr zur Menschenrettung in das Gebäude, parallel dazu wurde von den nachrückenden Kräften ein umfassender Löschangriff mit Wasser und Schaum aufgebaut. Beide vermissten Personen wurden im Keller in der Nähe eines brennenden Heizöltanks gefunden, ins Freie gebracht und dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung übergeben. Mittlerweile brannten die 20.000 Liter Heizöl in voller Ausdehnung und entzündeten in der darüber liegenden Etage gelagerte Alkohole. Die in diesem Bereich installierte CO2-Löschanlage löste zwar aus, konnte das Feuer aber nicht restlos löschen, sodass der Brand wieder vollständig aufflammte und weitere Bereiche wie ein Gefahrstofflager und ein Hochregallager bedrohte.

Die durch das brennende Heizöl entstandene Rauchwolke war weithin sichtbar und zog aufgrund der Windrichtung stadteinwärts. Um eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen, wurde die Löschgruppe Heidenoldendorf aus dem Brandeinsatz herausgelöst und als Messeinheit eingesetzt. Die durchgeführten Messungen konnten zum Glück keine Gefährdung für die Bevölkerung feststellen.

Durch einen massiven Personaleinsatz im Innen- und Aussenangriff konnte das Feuer nach ca. 4 Stunden unter Kontrolle gebracht und nach einer weiteren Stunde endgültig gelöscht werden.

Parallel zu dem Einsatz hat der Landrat des Kreises Lippe Friedel Heuwinkel aufgrund der ihm vorliegenden Informationen von der Leitstelle die Großschadenslage festgestellt. Daraufhin alarmierte die Leitstelle die Mitarbeiter des Krisenstabes, die Technische Einsatzleitung (TEL) sowie einen bestellten Einsatzleiter des Kreises Lippe, der die Einsatzleitung am Schadensort übernimmt. Der Krisenstab des Kreises Lippe nahm seine Tätigkeit kurze Zeit später im Feuerwehrausbildungszentrum (FAZ) in Lemgo auf. Hier wurde das Szenario auf Verwaltungsebene durchgespielt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Der Einsatz an der Westerfeldstraße unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Friedrich Tiemann und dem bestellten Einsatzleiter für Großschadenslagen des Kreises Lippe, stellv. Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier, war gegen 20 Uhr beendet. Auch der Landrat erklärte parallel dazu das Ende der Großschadenslage für den Krisenstab. Insgesamt wurden 80 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen eingesetzt, 20 Atemschutzgeräte benötigt und etwa drei Kilometer Schlauch verlegt.

Guido Borkheim, Technische Leitung, Kiesow Dr. Brinkmann GmbH & Co. KG
Ulrich Sprenger, Pressesprecher, Freiwillige Feuerwehr Detmold
Anne Helpup, Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Lippe Regiebetrieb 2.4 Bevölkerungsschutz