Die Jugendfeuerwehr Detmold von 1969 - 2008
Kreisbrandmeister Paul Windt forderte in den sechziger Jahren seine Wehrführer in den Feuerlöschverbänden des Altkreises Detmold auf, verstärkt Jugendliche für die Feuerwehrsache anzusprechen. Nachdem der Kultusminister des Landes NRW 1968 das Eintrittsalter für Jungen in die Jugendfeuerwehr von 15 auf 13 Jahren herabsetzt hatte wurde von den Feuerwehrverantwortlichen gezielt auch in den Schulen geworben. Damals wurde vorausgesetzt, dass die Jugendlichen nicht unmittelbar zu Brandeinsätzen und Nachtübungen herangezogen würden, um körperliche Überforderungen zu vermeiden. Nach heutigen Kriterien eine interessante Betrachtungsweise der Jugendarbeit.
Hauptbrandmeister Fritz Albert aus Remmighausen wurde im Vorfeld bei einer Verbandsversammlung 1966 von Kreisbrandmeister Windt zum Kreis-Jugendfeuerwehrwart befördert. Albert hatte dieses Amt bis 1978, also noch zu Zeiten des neu gegründeten Kreises Lippe, inne. Sein Nachfolger, Friedrich Tiemann aus Diestelbruch, führte die Jugendarbeit kontinuierlich bis 1996 fort. Durch die Pionierarbeit von Albert und Tiemann wurden weitere Jugendgruppen im Kreisgebiet gegründet und der Grundstein für den Bestand der heutigen Jugendfeuerwehr in allen 16 Städten und Gemeinden mit über 1000 Jugendfeuerwehrmitgliedern in 62 Gruppen gelegt.
Die Geschichte der Jugendfeuerwehr Detmold beginnt am 01. Mai 1969 mit der Gründung der ersten Jugendgruppe im damaligen Feuerlöschverband Diestelbruch/Remmighausen. Wehrführer August Kreiling setzte in seinem Löschverband Diestelbruch/Remmighausen, unterstützt von Fritz Albert, als erster Verantwortlicher die Anordnung von Paul Windt in die Tat um. Nach der Gebietsreform 1970 entstand durch Auflösung der Anfang der 50er Jahre gegründeten Feuerlöschverbände die neue „Freiwillige Feuerwehr der Stadt Detmold“. Die vorhandenen 10 Feuerwehrstandorte der Gesamtwehr wurden zu Löschzügen mit den in den heutigen Ausmaßen bekannten Löschbezirken unterteilt. Der Diestelbrucher Hauptbrandmeister und Löschverbandsführer August Kreiling wurde als Wehrführer und Hans Engelage zum Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Detmold ernannt. Unter Kreiling und Engelage wurde wiederholt in den Schulen geworben und in den Löschbezirken von den Löschzugführern ebenfalls die Werbetrommel gerührt.
Im Frühjahr 1971 ging der Brokhauser Löschzugführer Hauptbrandmeister Heinz Klenke, unterstützt von den Kameraden Gustav Schäfer und Sieghart Witt, von Haus zu Haus und sprach mit den Eltern und Jugendlichen, um die zu ermutigen in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Sie hatten Erfolg, am Mittwoch, 17. Februar 1971, wurde die Jugendfeuerwehr Brokhausen als sechste lippische Jugendfeuerwehr im Altkreis Detmold gegründet und im Feuerwehrgerätehaus gebührend gefeiert.
Innerhalb der Wehr Detmold entstanden weitere Jugendgruppen:
- 1971 Neugründung Jugendfeuerwehren Detmold und Hiddesen
- 1975 Auftteilung Diestelbruch/Remmighausen in zwei eigenständige Gruppen
- 1975 Neugründung Jugendfeuerwehr Heidenoldendorf und Pivitsheide
- 1979 Neugründung Jugendfeuerwehr Berlebeck als 8. Detmolder Gruppe
1972 wurde die erste Abnahme einer Leistungsspange in Detmold auf der Brunnenwiese von der jungen Brokhauser Gruppe erfolgreich absolviert. An gleicher Stelle wurde auch am ersten Zeltlager mit Gruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen teilgenommen.
Stadtjugendfeuerwehrwart Bernhard Meier führt zum ersten Mal eine einwöchige Freizeitmaßnahme durch. Das Ziel ist mit mehreren Detmolder Jugendgruppen die Nordseeinsel Langeoog.
Am 01.01.2005, 34 Jahre nach Gründung der Brokhauser Jugendfeuerwehr, lösen sich 12 Bentrup-Loßbrucher Jugendliche zu einer eigenen Jugendgruppe aus der Brokhauser Jugendfeuerwehr heraus.
Nach Bildung der Großgemeinde Detmold 1970 gab es in der Wehr 65 Jugendliche, ohne weibliche Beteiligung. Am heutigen Tage besteht die Jugendfeuerwehr Detmold aus 9 Gruppen mit rund 170 Jugendlichen, davon 37 Mädchen.
Die Jugendfeuerwehr Detmold führt mit ihren 9 Jugendgruppen Freizeiten, Fahrten, Pokalwettbewerbe, Zeltlager, Umweltschutzmaßnahmen und viele andere Aktivitäten durch.
Innerhalb der 8 Dienstjahre in der Jugendwehr können noch die Leistungsspange und die Jugendflamme von den Mitgliedern in einer Gemeinschaftsarbeit errungen werden.