Feuerwehr probt die Eisrettung

Detmold. Wenn ein Mensch im Eis einbricht, können Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Die Polizei und die Feuerwehr Detmold haben daher gestern auf dem gefrorenen Schlossgraben den Ernstfall geprobt. Mit einem Rutsch gleitet Bernd Humpert in ein Loch in der Eisfläche des gefrorenen Schlossgrabens in Detmold. Erwartungsvoll schaut der Oberbrandmeister der Detmolder Feuerwehr zu seinen Kollegen am Rand des Gewässers. „Er mimt gerade eine im Eis eingebrochene Person.

Im Ernstfall käme es jetzt auf jede Minute an. In dem nur wenige Grad warmen Wasser kann ein Mensch nicht lange überleben“, erklärt Oberbrandmeister Jens Kölker. Doch da Humpe durch einen so genannten Eisrettungsanzug vor der Kälte geschützt ist, kann er in Seelenruhe seine Rettung abwarten. „Wir haben jetzt verschiedene Möglichkeiten, ihm zu Hilfe zu kommen“, sagt Kölker.

Eine davon demonstriert er selbst und schwebt seinem Kollegen im Korb des Drehleiterwagens entgegen. Als Kölker seinen Kameraden erreicht hat, ergreift Humpe den Tritt der Drehleiter und lässt sich durch die Kraft der Maschine aus dem Wasser ziehen. Wenn die Drehleiter nicht eingesetzt werden kann, ist Menschenkraft gefragt. So wie die von Brandmeister Carsten Solle. Ebenfalls in einen Eisrettungsanzug eingehüllt und wie Humpert im Wasser mit einem Seil von seinen Kollegen am Ufer gesichert, nähert sich Solle seinem Kameraden.

Die ersten Schritte legt er vorsichtig aufrecht gehend zurück, danach robbt er auf dem Bauch zu dem Loch im Eis und zieht Humpert aus dem Wasser. Vor diesem zweiten Teil der Übung hatten Solle und Humpert gemeinsam einen Dummy mit einer Trage geborgen. „Dabei haben wir auch das Zusammenspiel zwischen Polizei und Feuerwehr geprobt“, sagt Kölker. Denn auch für eventuell als Erste eintreffende Beamte gelte das, was auch für Passanten gilt: „Niemand darf das Eis betreten. Die Gefahr ist viel groß.“

Bis zum Eintreffen der Feuerwehr sollten Menschen vom Rand aus dem Verunglückten Seile zuwerfen, an denen er sich festhalten kann. „So bleibt er an der Oberfläche. Wäre das heute keine Übung, wären auch die Taucher der Feuerwehr Lemgo alarmiert worden“, berichtet Kölker.
Auch wenn er und seine Kollegen für eine Eisrettung gerüstet sind, möchten sie einen Ernstfall lieber nicht erleben. „Eisflächen sollten nur betreten werden, wenn die Behörden sie freigeben“, warnt der Feuerwehrmann eindringlich. (Text und Bild: Lippische Landeszeitung)